Matthias Gläßner – Senior TYPO3 Architekt

Case Study · TYPO3 v13 · Multiportal · REST Integrationen · Enterprise Workflows

TYPO3 Multiportal-Integration
Business Central & Dynamics CRM
via bidirektionaler REST-APIs

Ein TYPO3 v13 Multiportal mit komplexer Systemlandschaft: Mitgliederverwaltung, Zertifizierungen und CRM-Prozesse wurden über mehrere Systeme konsolidiert – TYPO3 als zentrale Benutzerplattform. Fokus: stabile Datensynchronisation, robuste Prozesse und sauberes Monitoring.

Bidirektional lesen/schreiben Delta Sync & Paging Retry & Monitoring TYPO3 Commands & Scheduler
Projekt

Multiportal-Integration mit mehreren externen Systemen und hochkomplexen Datenflüssen.

Rolle

Lead Integration Engineer / Technical Solution Architect (extern) – Connector-Design, Umsetzung, Betrieb.

Impact

Automatisierte Synchronisation, weniger manuelle Doppelpflege, robuste Prozesse bei großen Datenmengen.

Hinweis: Details sind anonymisiert/gekürzt (NDA). Technische Learnings & Patterns sind 1:1 übertragbar.

Key Facts & Rahmenbedingungen

Integrationsprojekt mit enger Taktung, parallelen Abhängigkeiten und hohen Anforderungen an Stabilität und Datenqualität.

Zeitraum

Aug. 2024 – Mitte 2026

laufend (ca. 1,5 Jahre)

Kontingent

12 PT/Monat

mit Peaks bis 20 PT/Monat

Komplexität

Sehr hoch

Fibonacci 21 · Scope iterativ

Meine Rolle

  • • alleinige Zuständigkeit für Integrationen & Schnittstellenlogik
  • • technische Architektur, Mapping, Prozess-Design
  • • Koordination von Abhängigkeiten (API-Teams / Fachbereiche)
  • • Monitoring/Logging-Konzept & Betriebssicherheit

Besonderheiten

  • • vorherige Agentur lieferte keine Ergebnisse
  • • interne Devs schätzten Integrationen als „nicht realisierbar“ ein
  • • enge Management-Deadlines & wechselnde Go-Live-Termine
  • • große Datenmengen + harte Timeouts → Paging/Delta Sync zwingend

Ausgangslage

Mehrere Portale und Systeme sollten zusammenarbeiten: Mitgliederverwaltung, Zertifizierungen und CRM-Prozesse mussten konsistent und automatisiert synchronisiert werden. Gleichzeitig standen ambitionierte Go-Live-Termine, parallele Entwicklung und wechselnde Abhängigkeiten im Raum.

Typische Risiken in solchen Projekten

  • Inkonsistente Datenstände zwischen Systemen
  • Timeouts bei großen Datenmengen und Batch-Prozessen
  • Iterative Anforderungen → Schnittstellenlogik muss flexibel bleiben
  • Fehlende Observability (keine Logs/Alerts) → Fehler bleiben unsichtbar

Ziel & Systemlandschaft

Ziel war die Vereinheitlichung von Mitglieder- und Zertifizierungsprozessen über mehrere Systeme – mit TYPO3 als zentraler Plattform für Registrierungs- und Self-Service-Workflows.

Teilportale

  • • öffentliches Portal
  • • Intranet Portal
  • • Zertifizierungsportal
  • • Business Central / Sales Prozesse

Datenobjekte & Flüsse

  • • Customers / Contacts / Mitgliedschaften
  • • Artikel & Kategorien
  • • Sales Orders (Verkaufsaufträge)
  • • Events, Regionen, Zertifizierungs-Anmeldungen

Warum „bidirektional“ hier wirklich komplex war

Ein einzelner TYPO3-Workflow musste häufig parallel in mehrere Systeme schreiben (z. B. Registrierung → Customer in BC, Contact in BC, Contact/Firma in Sales, plus Zertifizierungsplattform). Dazu kamen kundenspezifische Felder und Relationen.

Umsetzung: Architektur & Technik

Der Kern war eine wartbare Connector-Architektur in TYPO3: klar getrennte Verantwortlichkeiten, robuste Fehlerbehandlung und skalierbare Sync-Prozesse – statt „ein großer Cronjob“ ohne Transparenz.

Connector-Extensions

  • • PM-ZERT Connector
  • • Business Central Connector
  • • Business Sales / CRM Connector
  • • API Clients + Mapping & Validierung

Prozess-Design

  • • Commands / Scheduler-Jobs
  • • Export-/Queue-Tabellen (Zwischenspeicher)
  • • Paging, Start/End Sync, Delta Sync
  • • Retry-Strategien & Idempotenz

Monitoring & Betrieb

  • • Live Logging aller Sync-Läufe
  • • Status/Fehler-Tracking je Objekt
  • • schnell reproduzierbare Runs
  • • Fehlerbilder sofort sichtbar

Technische Leitplanken, die den Turnaround ermöglicht haben

  • Delta Sync statt Vollsyncs (Performance + Kosten)
  • Paging für große Datenmengen (z. B. sehr viele Contacts)
  • Retry & Resumable Jobs (Netzwerk/API-Probleme realistisch einkalkuliert)
  • Observability (Logs + Status je Objekt) statt „stiller Fehler“

DevOps / Workflow

Entwicklung

ddev, Composer, Git – reproduzierbar und teamfähig.

Deployment

GitLab CI/CD, kontrollierte Releases & stabile Deploy-Kette.

Testing: Warum Testmatrizen hier Pflicht waren

Formularfelder mussten je nach Mitgliedschaftsart in unterschiedliche Zielobjekte geschrieben werden. Das war nicht „ein Mapping“ – sondern viele Konstellationen. Die Lösung: Excel-Testmatrizen (pro Formularstrecke / Mitgliedschaftstyp) + nachvollziehbare Logs pro Lauf.

Feld-Mapping Nachweis

Klar dokumentiert: welches Feld → welches System → welches Objekt/Feld.

Reproduzierbarkeit

Fehler sind nicht „weg“ – sondern jederzeit reproduzierbar und isolierbar.

Schnelleres Kunden-Testing

Fachbereiche konnten gezielt testen statt „Wildwest“ – weniger Schleifen, mehr Klarheit.

Herausforderungen im Projektverlauf

Integrationsprojekte sind selten „Lehrbuch“. Entscheidend ist, strukturiert zu liefern, Risiken transparent zu halten und die Architektur so zu bauen, dass neue Anforderungen nicht alles sprengen.

Komplexität & Abhängigkeiten

  • • parallele Entwicklung (API/ERP/CRM/Portal)
  • • viele Sonderfälle in Formularstrecken
  • • Anforderungen oft erst im Verlauf „sichtbar“
  • • Meeting-getriebenes Arbeiten → eigener Backlog notwendig

Skalierung & Systemlimits

  • • harte Timeouts → Paging/Batch zwingend
  • • Delta Sync (nur Änderungen) als Pflicht
  • • Low-Memory-Optimierung / Performance-Tuning
  • • „Observability first“ für schnelle Fehlerdiagnose

Ergebnis & Nutzen

Ergebnis ist eine stabile Integrationsbasis, die langfristig erweiterbar bleibt – und die Fachbereiche entlastet, weil Datenflüsse automatisiert und nachvollziehbar laufen.

Weniger Doppelpflege

Automatisierte Synchronisation reduziert manuelle Workarounds und Inkonsistenzen.

Stabile Datenflüsse

Delta Sync, Paging und Retry sorgen für Robustheit – auch bei großen Datenmengen.

Transparenz & Monitoring

Logging/Status machen Fehler früh sichtbar – weniger „stille Ausfälle“ im Betrieb.

Tech Stack

TYPO3 v13 · PHP 8.3 · Extbase/Fluid · REST/JSON · Scheduler/Commands · Composer · GitLab CI/CD · ddev · Postman · Monitoring/Logging

Lessons Learned (übertragbare Muster)

Diese Punkte sind in Integrationsprojekten immer wieder entscheidend – unabhängig vom Kunden.

Was wirklich hilft

  • • strukturierte Testdokumentation (Matrizen, Erwartungswerte)
  • • Delta Sync & Paging als Standard (nicht als „Optimierung“)
  • • Logging & Status pro Datensatz → schnelle Debug-Zyklen
  • • klare Trennung: UI-Action vs. Sync-Prozess (Queue/Export)

Worauf man achten muss

  • • Scope ist selten am Anfang sauber → Architektur muss iterativ skalieren
  • • Projektmanagement kann schwanken → technischer Backlog ist Rettungsanker
  • • Serverlimits (Timeout/Mem) früh transparent machen
  • • Integrationen sind eigenes Gewerk → fairer Preis/Scope (Komplexität)

FAQ: TYPO3 Integrationen mit Business Central & CRM

Typische Fragen, bevor Integrationsprojekte starten:

Wie läuft eine TYPO3 Business Central Integration typischerweise ab?
Erst klären wir Ziele, Datenobjekte und Verantwortlichkeiten (Master-Systeme). Danach folgt ein Connector-Design mit Mapping, Sync-Strategie (Delta/Paging) und Monitoring. Umsetzung läuft iterativ mit Testmatrizen, klaren Statusreports und reproduzierbaren Scheduler/Command-Runs.
Wie verhindert man Timeouts bei großen Datenmengen?
Mit Paging/Batching, Delta Sync (nur Änderungen), idempotenten Prozessen und Retry-Mechanismen. Zusätzlich helfen „Zwischenablagen“ (Queue/Export-Tabellen), um Frontend-Aktionen von der eigentlichen Synchronisation zu entkoppeln.
Wie testet man komplexe Feld-Mappings zuverlässig?
Mit Testmatrizen pro Formular und Mitgliedstyp, klaren Erwartungswerten (welches Feld wohin) und nachvollziehbaren Logs je Run. In der Praxis ist „Messen & Nachweisen“ wichtiger als Bauchgefühl.
Arbeiten Sie mit bestehenden Teams/Agenturen zusammen?
Ja. Häufig übernehme ich Connector-Architektur, Relevanz der Datenflüsse, Fehlerbehandlung und Stabilisierung als externer Lead. Umsetzung kann gemeinsam mit Inhouse oder Agentur erfolgen – inklusive Wissenstransfer.

Integrationen, die wirklich stabil laufen

Wenn Sie TYPO3 mit Business Central, Dynamics CRM oder anderen REST-Systemen koppeln möchten: Ich helfe mit Architektur, Connector-Implementierung, Monitoring – und einem Plan, der im Alltag funktioniert.

Schreiben Sie kurz: Systeme, Datenobjekte, Must-haves (lesen/schreiben), Datenmenge, Deadline – ich melde mich i. d. R. binnen 24 h (Mo–Fr).