Matthias Gläßner – Senior TYPO3 Architekt

Upgrade-Planung · Aufwand S/M/L · Budget · Risiken · Go-Live & Rollback

TYPO3 Upgrade Kosten & Aufwand
realistisch planen statt Budget-Überraschungen

Ein TYPO3 Upgrade ist selten „nur Core updaten“. Kosten und Aufwand hängen vor allem an Extensions, Custom-Code, Integrationen, Suche, Deployment/CI und Tests. Diese Seite zeigt dir die typischen Kostentreiber – und wie du in kurzer Zeit zu einer planbaren Entscheidung kommst.

Antwort i. d. R. binnen 24–48 h (Mo–Fr) · NDA/AVV möglich Stand: 2026-01

Warum „Upgrade-Kosten“ oft unterschätzt werden

Teams denken beim Upgrade oft nur an den TYPO3-Core. In der Praxis hängt der Aufwand aber meist an Dingen, die über Jahre gewachsen sind: Extensions, Integrationen, Sonderlogik, fehlende Tests und Release-Prozesse.

  • Extensions & Custom-Code: veraltet, unmaintained, inkompatibel, oder zu viele Sonderwege.
  • Viele Versionen übersprungen: mehr Breaking Changes & Refactoring-Schritte.
  • Deployment/CI fehlt: Releases laufen manuell, fehleranfällig, schlecht reproduzierbar.
  • Keine Tests: jedes Upgrade wird zur Risiko-Wette mit „Go-Live auf gut Glück“.
  • Integrationen & Suche: API-Contracts, Index-Design, Monitoring – oft unterschätzt.

Gute Nachricht: Das lässt sich planbar machen – wenn man Aufwand und Risiken früh sichtbar macht.

S/M/L-Matrix: Wie groß ist euer Upgrade wirklich?

Eine belastbare Planung beginnt nicht mit „Wie viele Tage?“, sondern mit einer groben Einordnung: S (überschaubar), M (komplex) oder L (Enterprise/High-Risk).

S – Überschaubar

„Standard“-Upgrade

  • • Wenige, gepflegte Extensions
  • • Custom-Code gering / gut strukturiert
  • • Deployments reproduzierbar
  • • Wenige Integrationen

Fokus: Deprecations sauber beheben + Smoke Tests + Go-Live Plan.

M – Typisch

Komplexes Projekt

  • • Mehrere Extensions, teils alt / Forks
  • • Custom-Code mittel bis hoch
  • • Integrationen (CRM/ERP/PIM)
  • • Performance/SEO relevant

Fokus: Upgrade + Refactoring + Tests/CI + planbare Sprints.

L – Enterprise/High-Risk

Viele moving parts

  • • Multi-Domain / Multi-Portal
  • • Suche (Solr/Elastic), Facetten, Ranking
  • • Viele Integrationen + kritische Prozesse
  • • Compliance, Rollen, A11y, Security

Fokus: Audit + Risikomatrix + Parallelbetrieb + Cutover/Rollback.

Quick-Check: Welche Antworten erhöhen Aufwand deutlich?

  • • „Wir sind auf TYPO3 v6/v7/v8“
  • • „Wir haben 20+ Custom Extensions“
  • • „Composer/CI ist nicht sauber“
  • • „Suche ist geschäftskritisch“
  • • „Keine Tests vorhanden“
  • • „Mehrere Portale / Mandanten“
  • • „Viele Schnittstellen & Cronjobs“
  • • „Deadline fix (Kampagne/Compliance)“

Die wichtigsten Kostentreiber im Detail

Wenn du Upgrade-Aufwand realistisch abschätzen willst, brauchst du keine 200-Punkte-Liste. Du brauchst die 7 Dinge, die fast immer das Budget bewegen.

1) Extensions (Qualität & Kompatibilität)

Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern: gepflegt? composer-ready? kompatibel? Gibt es Forks oder „Eigenbau ohne Tests“?

  • • Upgrade-Pfade & Breaking Changes
  • • Ersatz/Removal unmaintained Extensions
  • • Migrationsarbeit bei data models

2) Custom-Code (TCA, DataHandler, Hooks, Middleware)

Der teure Teil ist oft nicht „Fix Deprecations“, sondern Architektur glätten, damit das System wieder updatefähig wird.

  • • Extbase/Fluid Refactoring
  • • Anpassung an neue APIs
  • • Entfernen historischer Sonderwege

3) Integrationen & Datenflüsse

CRM/ERP/PIM/DAM/SSO: Jede Integration bringt Fehlerfälle, Retries, Monitoring, Testdaten und ggf. Rollback-Anforderungen mit.

  • • API-Contract + Auth/Rate-Limits
  • • Stabilisierung (Logging/Alerts)
  • • Datenmigrationen / Delta-Updates

4) Deployment, CI/CD & Infrastruktur

Ohne saubere Pipeline sind Upgrades schwer reproduzierbar. Dann werden Releases zu „Nacht-und-Nebel“.

  • • Composer + Build + Artifacts
  • • DB-Migrations / Rollback
  • • Zero-/Low-Downtime Deployment

5) Tests (Risikohebel #1)

Tests kosten Zeit – aber sie sparen dir das Teuerste: Notfälle, Rollbacks, Hotfixes und Vertrauen.

  • • Smoke Tests für Kernflows
  • • Unit/Functional Tests für kritischen Code
  • • Automatisierte Checks in CI

6) Redaktions-Workflows & Inhalt

Workspaces, Rechte, Content-Elemente, RTE, FAL, SEO-Felder: Nicht technisch „schwer“, aber im Detail oft zeitintensiv.

  • • Backend-UX & Felder/Layouts
  • • Schulung / Dokumentation
  • • Content-Migration / Cleanup

So machst du Upgrade-Kosten planbar

Planbar heißt nicht „billig“. Planbar heißt: du weißt vorher, was auf dich zukommt – und kannst steuern, statt zu reagieren.

Schritt 1

Audit & Einordnung

Welche Risiken gibt es, wie groß ist der Aufwand (S/M/L), welche Blocks?

  • • Extension-/Code-Check
  • • Quick Wins (Perf/Security)
  • • Risikomatrix

Schritt 2

Roadmap & Tests

Meilensteine, Testpyramide, CI/CD – damit Releases nicht zum Glücksspiel werden.

  • • Unit/Functional/Smoke
  • • CI-Checks (phpstan/rector)
  • • Release-Fenster & Cutover

Schritt 3

Go-Live & Rollback

Klarer Plan für Deployments, Monitoring, Notfallmaßnahmen – inkl. Rollback.

  • • Low-/Zero-Downtime
  • • Monitoring/Alerts
  • • Rollback-Plan

Mein Standard-Output (damit du entscheiden kannst)

Du bekommst keine „Mängelliste“, sondern eine Entscheidungsvorlage:

  • • Aufwand S/M/L + klare Risikofaktoren
  • • Roadmap mit Meilensteinen & Abhängigkeiten
  • • Go-Live-Plan + Rollback-Strategie

FAQ: Kosten & Aufwand bei TYPO3 Upgrades

Kurz beantwortet – damit du intern schneller Klarheit bekommst.

Gibt es eine grobe Faustregel für Upgrade-Kosten?
Es gibt grobe Größenordnungen – aber sie sind oft unzuverlässig. Ein Upgrade kann „überschaubar“ sein, wenn die Codebasis sauber ist, oder extrem teuer, wenn viele Versionen übersprungen wurden und Extensions historisch gewachsen sind. Der schnellste Weg zu belastbaren Zahlen ist ein kurzes Audit.
Was ist der häufigste „versteckte Aufwand“?
Fehlende Tests + manuelle Releases. Dann ist jeder Schritt riskant und man kompensiert mit Meetings, Hotfixes und Nacharbeiten. Mit Smoke Tests und CI/CD sinkt das Risiko stark.
Wie kann man Upgrade-Aufwand reduzieren?
Typisch sind 3 Hebel: Extensions bereinigen/ersetzen, Code vereinfachen (Architektur), und Tests/CI einführen. Manchmal lohnt sich ein Zwischenschritt (z. B. erst Composer/CI stabilisieren), bevor das eigentliche Upgrade durchgeführt wird.
Upgrade-Aufwand kurz einschätzen lassen

Unverbindlich · vertraulich · schnelle Ersteinschätzung