Matthias Gläßner – Senior TYPO3 Architekt

Entscheidungshilfe · Kosten/ROI · Risiken · SEO · Zeitplan

TYPO3 Relaunch oder Upgrade?
So treffen Sie die richtige Entscheidung – ohne teure Umwege

In vielen Projekten ist die eigentliche Frage nicht „können wir upgraden?“, sondern: Upgrade oder Relaunch – was ist wirtschaftlich und technisch sinnvoll? Diese Seite hilft Ihnen, die Entscheidung strukturiert zu treffen – mit Kriterien, typischen Szenarien, Kosten-/Risiko-Treibern und einer Checkliste.

Antwort i. d. R. binnen 24–48 h (Mo–Fr) · NDA/AVV möglich

Faustregel

Upgrade lohnt sich meist, wenn…

  • die Inhalte & Struktur grundsätzlich passen (kein kompletter Neuaufbau)
  • Design/UX nur evolutionär angepasst werden soll
  • es viele individuelle Extensions gibt, die Sie behalten wollen
  • SEO-Risiko und Time-to-Value gering bleiben sollen
  • Upgrades in planbaren Schritten möglich sind (v10→v12→v13 etc.)

Faustregel

Relaunch ist oft sinnvoll, wenn…

  • Informationsarchitektur, Content & UX grundlegend neu gedacht werden müssen
  • das Setup historisch gewachsen und nicht mehr reparierbar ist (extreme Tech-Debt)
  • viele Legacy-Extensions / Hacks vorhanden sind, die niemand mehr verantworten möchte
  • ein neues Designsystem/Frontend „von Grund auf“ geplant ist (z. B. Headless/SPA)
  • ein Plattform-Wechsel (z. B. TYPO3→Headless oder anderes CMS) bewusst gewünscht ist

In der Praxis ist es oft keine Entweder-oder-Frage: Der schnellste Weg ist häufig „Upgrade zuerst, Relaunch später“ – weil Sie dadurch Risiken reduzieren, Security gewinnen und das Team wieder arbeitsfähig machen, bevor Sie das große Re-Design starten.

Die 8 wichtigsten Faktoren für die Entscheidung

Diese Punkte entscheiden oft stärker als „Version alt“ oder „Design gefällt nicht“.

1) Content & Informationsarchitektur

Wenn Seitenbaum, Content-Modelle und Workflows passen: Upgrade. Wenn Sie ohnehin alles neu strukturieren müssen: Relaunch (oder Hybrid).

2) Individuelle Extensions & Integrationen

Viele eigene Extensions + Schnittstellen sprechen eher für Upgrade/Refactor. Ein Relaunch bedeutet oft: alles neu bauen – inklusive Abhängigkeiten & Tests.

3) Risiko & Security (EOL/ELTS)

Wenn Security-Fixes dringend sind, ist ein „Upgrade-First“ oft die schnellste Risikoreduktion – selbst wenn später ein Relaunch folgt.

4) Release-Fähigkeit (CI/CD, Tests, Deployment)

Wenn Deployments chaotisch sind, eskaliert jeder Relaunch. Erst Stabilität (Build/CI/CD/Tests), dann große Änderungen – sonst wird das Projekt zum Dauerrisiko.

5) SEO- & Tracking-Risiko

Relaunch kann Rankings kosten (URLs, Inhalte, interne Verlinkung, Render-Setup). Upgrade ist SEO-seitig oft risikoärmer, solange Templates nicht komplett umgekrempelt werden.

6) Backend-UX für Redaktion

Wenn Workspaces, Rollen, TCA, Content-Elemente „nicht mehr tragbar“ sind, kann ein gezielter Refactor im Upgrade viel erreichen – ohne kompletten Relaunch.

7) Budget & Timeline

Upgrade ist oft der planbarere Schritt (klarer technischer Scope). Relaunch ist eher ein Produktprojekt (Stakeholder, UX, Inhalte, Iteration) und dadurch schwerer fix zu kalkulieren.

8) Team & Ownership

Wenn Know-how fehlt oder Tech-Leads fehlen, ist ein großer Relaunch riskant. Ein Audit + Upgrade in Sprints stabilisiert zuerst und baut Wissen/Ownership auf.

3 pragmatische Wege aus der Praxis

Diese Pfade sieht man in echten Projekten am häufigsten – abhängig davon, wo Sie gerade stehen.

Sicherster Weg

Upgrade zuerst, Relaunch später

Erst Stabilität, Security und saubere Deployment-Basis schaffen. Danach Design/Content iterativ modernisieren.

  • • schnellere Risikoreduktion
  • • weniger SEO-Risiko
  • • bessere Planbarkeit

Meist gebucht

Hybrid: Upgrade + gezielter Redesign-Scope

Upgrade inklusive Template-Modernisierung „bis zur Schmerzgrenze“ – aber ohne kompletten Content-Rebuild.

  • • moderne UX, aber kein „Big Bang“
  • • Content-Elemente / Module konsolidieren
  • • Performance/SEO direkt mitziehen

Radikal

Relaunch komplett neu

Wenn Content, UX, Architektur und Governance ohnehin neu müssen – dann besser konsequent neu planen.

  • • höchster Scope/Stakeholder-Aufwand
  • • größte SEO/Migrationskomplexität
  • • lohnt, wenn Strategie sich ändert

Was treibt Kosten & Aufwand wirklich?

Nicht der „Relaunch an sich“ ist teuer – sondern der Scope dahinter. Und beim Upgrade sind es nicht „nur die Core-Files“, sondern die Abhängigkeiten drumherum.

Upgrade-Kostentreiber

  • • Anzahl & Komplexität individueller Extensions
  • • Composer/Deployment-Modernisierung (falls Legacy)
  • • Tests fehlen → mehr manueller Aufwand
  • • Upgrade-Sprünge (v6→v13) → Breaking Changes
  • • Integrationen (CRM/ERP/Suche) müssen migriert werden

Relaunch-Kostentreiber

  • • neue Informationsarchitektur + Content-Neuaufbau
  • • Designsystem + Komponentenbibliothek
  • • Tracking/Consent/Analytics neu konzipieren
  • • SEO-Migration (URLs, Redirects, Canonicals, IA)
  • • Stakeholder-Schleifen + Abstimmung

Praxis-Tipp: „Kosten explodieren“, wenn beides vermischt wird

Der Klassiker: Man startet ein Upgrade – und unterwegs kommt „ach, wenn wir schon dabei sind…“ (neue Features, neues Design, neue Struktur, neues Tracking). Das kippt Planbarkeit. Besser: technisch stabilisieren und Design/Content als separaten Scope führen (oder als bewusstes Hybrid-Projekt mit klaren Grenzen).

Checkliste: Upgrade oder Relaunch in 15 Minuten bewerten

Wenn Sie 10 von 12 Punkten klar beantworten können, haben Sie meist schon ein deutliches Bauchgefühl – und eine rationale Grundlage.

Upgrade spricht eher dafür, wenn…

  • □ Content-Struktur ist okay und kann bleiben
  • □ URLs sollen möglichst stabil bleiben (SEO)
  • □ Individuelle Extensions sind wertvoll & sollen weiterleben
  • □ Team will schnell Security & Wartbarkeit verbessern
  • □ Design/Frontend kann iterativ modernisiert werden
  • □ Governance/Backend-UX kann schrittweise optimiert werden

Relaunch spricht eher dafür, wenn…

  • □ Seitenbaum & Inhalte müssen grundsätzlich neu strukturiert werden
  • □ neues Designsystem + neue UX ist gesetzt
  • □ viele Legacy-Hacks/Alt-Extensions sollen komplett weg
  • □ Plattform/Architektur soll sich ändern (z. B. Headless)
  • □ Content wird ohnehin neu erstellt / konsolidiert
  • □ Stakeholder sind bereit für Iteration & Abstimmung

Wenn Sie unsicher sind: Audit = kürzester Klarheits-Booster

Ein kompaktes Audit liefert Ihnen eine Entscheidungsvorlage (Risiken, Aufwand S/M/L, Roadmap) und verhindert die typischen Eskalationen. In 5–10 Tagen wissen Sie, ob „Upgrade-first“, „Hybrid“ oder „Relaunch“ sinnvoll ist.

FAQ: Relaunch vs. Upgrade

Typische Fragen, die in Projekten sehr oft kommen.

Kann man ein Upgrade „wie einen Relaunch“ nutzen?
Ja – aber nur mit klaren Grenzen. Wenn Upgrade + neues Design + neue Features + neue Inhalte gleichzeitig passieren, steigt das Eskalationsrisiko stark. Besser: Upgrade + gezielte Modernisierung (Hybrid) oder Upgrade-first.
Ist ein Relaunch immer teurer als ein Upgrade?
Meist ja – weil Relaunch ein Produkt-/Organisationsprojekt ist. Es gibt aber Fälle, in denen die Altbasis so teuer ist, dass ein sauberer Neubau wirtschaftlicher wird. Entscheidend ist: Scope & Abhängigkeiten.
Was ist das größte Risiko beim Relaunch?
SEO/Tracking-Migration und Scope-Creep („wenn wir schon dabei sind…“). Außerdem unterschätzen Teams oft, wie viele fachliche Entscheidungen (Inhalte, Struktur, Freigaben) im Relaunch stecken.
Wann ist „Upgrade-first“ die beste Strategie?
Wenn Security/EOL, Release-Chaos oder Wartungskosten akut sind. Mit einer stabilen Basis können Sie danach Design/Content iterativ verbessern – ohne dass jedes Deployment ein Risiko wird.

Upgrade oder Relaunch – lieber kurz klären, statt Monate zu verlieren

Wenn Sie möchten, schauen wir gemeinsam kurz auf Ihre TYPO3-Version, Extensions, Ziele und Timeline – und wählen den Weg, der Budget, Timing und Risiko sauber im Griff behält.

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